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	<title>Ein Satz sagt mehr als 1000 Worte</title>
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		<title>Barista</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 22:12:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[Behutsam erhitzte er die entrahmte Milch in einem Edelstahlkolben auf 50 Grad Celsius. Nicht ein Grad mehr und keines weniger. Der Winkel der Milchaufschäumdüse sei wichtig, betonte er, als er das Geodreieck am Espressoautomaten anlehnte und mit lasziven Wippbewegungen Berge feinporigen heißen Milchschaums produzierte. Tröpfchen für Tröpfchen gab er auf den winzigen Espressoshot, den er [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2152&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2012/01/kaffee.jpg"><img class="alignnone  wp-image-2153" title="kaffee" src="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2012/01/kaffee.jpg?w=419&#038;h=559" alt="" width="419" height="559" /></a></p>
<p>Behutsam erhitzte er die entrahmte Milch in einem Edelstahlkolben auf 50 Grad Celsius. Nicht ein Grad mehr und keines weniger. Der Winkel der Milchaufschäumdüse sei wichtig, betonte er, als er das Geodreieck am Espressoautomaten anlehnte und mit lasziven Wippbewegungen Berge feinporigen heißen Milchschaums produzierte.</p>
<p>Tröpfchen für Tröpfchen gab er auf den winzigen Espressoshot, den er zuvor in die angewärmte Tasse gefüllt hatte. Immer im Bemühen, die beiden Flüssigkeiten nicht restlos zu vermischen, sondern eine Farbkomposition aus dunklen und hellen Brauntönen zu schaffen. In einer fließenden und immer langsamer werdenden Bewegung gab er den Milchschaum hinzu, dessen Oberfläche sich bereits auf den ersten Blick wie eine Horizontlinie auf der Tasse abzeichnete. Ruhig wie Zenmönch malte er nun mit dem Griff eines Silberlöffels die zerklüfteten Felsformationen der Rocky Mountains in die Schaumoberfläche und texturierte die Bergflanken in Bob Ross-Manier mit Kakaopulver. Er trat noch einmal zurück, kniff die Augen leicht zusammen und erst als er restlos zufrieden war, kassierte er die 4,20 Euro für den Milchkaffee.</p>
<p>Am Platz angekommen, führte ich die Tasse vorsichtig zum Mund. Fast ängstlich, sein teures Kunstwerk zu zerstören. Der Kaffee war eiskalt und schmeckte scheußlich. Vermutlich war ich ein Banause.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2152/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2152/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/peterbreuer.wordpress.com/2152/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/peterbreuer.wordpress.com/2152/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/peterbreuer.wordpress.com/2152/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/peterbreuer.wordpress.com/2152/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/peterbreuer.wordpress.com/2152/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/peterbreuer.wordpress.com/2152/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/peterbreuer.wordpress.com/2152/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/peterbreuer.wordpress.com/2152/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/peterbreuer.wordpress.com/2152/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/peterbreuer.wordpress.com/2152/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/peterbreuer.wordpress.com/2152/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/peterbreuer.wordpress.com/2152/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2152&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Cedric</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 22:43:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[An einem Nicht-Tag des Jahres 1908 kam Cedric zur Welt. Einem 29. Februar, der ihn dazu verdammen würde, nur alle vier Jahre seinen Geburtstag feiern zu können. Im Départment Seine-et-Marne führte sein Vater eine große Feinpapierfabrik und standesgemäß suchten seine Eltern vier Wochen nach seiner Geburt, am Tag seiner Taufe einen Fotografen auf. Er lehnte im [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2116&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2011/12/saigon1.jpg"><img class="alignnone  wp-image-2122" title="saigon" src="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2011/12/saigon1.jpg?w=419&#038;h=286" alt="" width="419" height="286" /></a></p>
<p>An einem Nicht-Tag des Jahres 1908 kam Cedric zur Welt. Einem 29. Februar, der ihn dazu verdammen würde, nur alle vier Jahre seinen Geburtstag feiern zu können. Im Départment Seine-et-Marne führte sein Vater eine große Feinpapierfabrik und standesgemäß suchten seine Eltern vier Wochen nach seiner Geburt, am Tag seiner Taufe einen Fotografen auf. Er lehnte im Taufkleid mit dem Rücken an einem Blechgestell, denn stehen konnte er selbstverständlich noch nicht und zu seinen Füßen war ein weißer Pierrot drapiert.</p>
<p>Der Fotograf war ein mickriger Mann, der mit großer Ernsthaftigkeit die Unvergesslichkeit des Augenblicks zelebrierte. Er häufte das Magnesiumpulver für den Blitz auf, zog bedächtig den Balgen seiner Kamera aus und legte eine Fotoplatte ein. Knatternd zündete die Auslösung, der Staub senkte sich und die Familie suchte hustend das Weite.</p>
<p>Das Taufbild von Cedric geriet dunkel. Sehr dunkel. Eigentlich, das musste man zugeben, war fast nichts zu sehen. Am ehesten noch die Spitzenbordüren seines weißen Kleidchens, der Rest spielte zwischen tiefem Anthrazit und schwärzestem Schwarz. Dennoch herrschte keine Unzufriedenheit mit der Arbeit des Fotografen, denn der Papierfabrikant erkannte die tiefe künstlerische Absicht des Lichtbildners, der den Moment des Auslösens und die Schwärze durch die Blendung des Blitzes perfekt eingefangen habe. „Sagen wir es so,“  sagte er zufrieden, wenn er das Bild seines Sohnes in die Hand nahm, „es ist nicht zu hell und vor allem: Alles ist scharf“.</p>
<p>Als er 17 war, begleitete Cedric seinen Vater auf die Leipziger Frühjahrsmesse und den letzten Messetag verbrachten sie in den Hallen, in denen nicht Papiermaschinen, Messer und Bottiche ausgestellt waren, sondern ein Kaleidoskop technischer Novitäten. Schon seit Jahren interessierte sich Cedric für Fotografie und er träumte von einer eigenen Kamera.  Am Stand von Ernst Leitz lag auf einem roten Samtkissen eine Erfindung, die ihn in Aufregung versetzte: Kleiner als jeder Fotoapparat, den er je gesehen hatte, schien es ihm das perfekte Gerät zu sein, um mit der Geschwindigkeit seiner irrlichternden Augen Schritt halten zu können. Ein 35mm-Filmstreifen, ein winziges lichtstarkes Objektiv und die Bewegungsfreiheit für ungeahnte visuelle Freiheitsgrade. Das war das Instrument, nach dem er gesucht hatte.</p>
<p>Cedrics Seriennummer wurde die 292 – sein Vater hatte Ernst Leitz persönlich darum gebeten. Er liebte die Kamera, ihren Geruch nach Waffenöl und ihre perfekte Belederung. Schnell lernte er, sie perfekt zu bedienen. Unter der Bettdecke übte er, Zeit und Blende blind einzustellen und kannte den Klang jeder einzelnen Raste des Belichtungszeitenrades. Seinen fotografischen Anspruch hatte er längst, ohne ein einziges Bild gemacht zu haben. Er orientierte sich an seinem Taufbild. Maximale Tiefenschärfe bei gleichzeitiger Betonung des Charakters dieses einen Augenblicks. Dass die Bilder bei Blende 22 und einer 200stel Sekunde sehr dunkel wurden, störte ihn nicht im Geringsten.</p>
<p>Das Vermögen seines Vaters ermöglichte ihm fotografische Streifzüge rund um die Welt. Er traf in den USA Walker Evans und Walker Adams, in Paris begegnete ihm eher zufällig Andre Kertesz, in Köln durfte er einen Blick in das Studio von August Sander werfen und Otto Umbehr nahm vor seinen Augen lachend sein Glasauge heraus.</p>
<p>Kurz vor der Mittagspause des 29. Septembers 1932 gelang ihm ein Geniestreich. Er erklomm die Baustelle des Rockefeller Centers und nicht nur die vor ihm auf einem Stahlträger sitzenden Arbeiter, die gerade ihre Lunchpakete auspackten, waren scharf, sondern auch die Skyline von New York zeigte bis zum Horizont jede einzelne Feuerleiter und jeden Fensterrahmen. Zwar um den Preis einer fast kompletten Schwärze, aber die Tiefenschärfe des menschlichen Auges, das in seiner Fokussierungsgeschwindigkeit kein Hinten und kein Vorne kennt, hatte er erfasst. Lachend grüßte er auf der Treppe den Kollegen Charles Clyde Ebbets. Wissend, dass er ein historisches Foto im Kasten hatte.</p>
<p>Am 30. Januar 1948 lächelte Gandhi in das Hektor-Objektiv seiner Kamera und kurz nach der Verabschiedung glaubte Cedric gar, von weitem den Attentäter Nathuram Godse gesehen zu haben. Im Bad seines Hotelzimmers entwickelte er den Film, einen fast durchsichtigen Streifen: Jede Lachfalte von Mahatma wie aus dem Zelluloid ausgefräst. Ein perfekt schwarzes Bild und ein Zeitdokument, das nur der würdigen könnte, der die Tragik des Moments, die Ausschnitthaftigkeit von einer 200stel Sekunde und die Bedeutung einer durchgehenden Schärfe verstünde.</p>
<p>Ein sonniger Tag im Spätherbst des Jahres 1963 und Cedric war zufällig in Dallas. Natürlich wusste er, dass John F. Kennedy in der Stadt war und postierte sich an der Dealey Plaza. Im Augenblick des Schusses drückte er auf den Auslöser und machte das Bild seines Lebens. Der Präsident der Vereinigten Staaten, von einer Kugel getroffen, links von ihm der mysteriöse Regenschirmmann, im Hintergrund das Schulbuchdepot, in dem Lee Harvey Oswald hinter einer Mauer lauerte – Cedric vereinte alles auf einer tiefschwarzen Fotografie. Er führte den Beweischarakter des Mediums ad absurdum, das war ihm klar, aber es sein Konzept war ein anderes – er fühlte, was er aufnahm. Mit allen Sinnen. Seine Leica war nur das Vehikel, mit dem er sich die Ereignisse ins Herz brannte.</p>
<p>1968, er war schon 60 Jahre alt, stand Cedric eben Eddie Adams in der Hitze von Vietnam. Er sah die Pistole des Saigoner Polizeichefs Nguyen Ngoc Loan an der Schläfe der angeblichen Vietcong und in diesem Moment wusste er, dass seine Art zu Fotografieren die Richtige war. Weil auf seinen Fotografien nichts mehr zu sehen war. Die gezackte Kontur der Apartment-Häuser von Saigon in der gleißenden Sonne war nur dunkelgraue Kontur und weder die  hässliche Wutfratze des Schießenden, noch das schmerzverzerrte Gesicht des Sterbenden waren zu sehen.</p>
<p>Cedrics dunkles Oeuvre ist ein Meilenstein der Fotografiegeschichte. Der Blumenmann vor den Panzern von Prag, der über den Stacheldraht springende Volkspolizist, die unwürdige Abführung von Holger Meins in Unterhose. Es ist eine Reihe schwarzer Bilder, die nicht die Fotografie selbst zur anekdotischen Erinnerung machen, sondern es sind Dokumente, die die ganze Weite des Augenblicks, seine Vielschichtigkeit und seine historische Dimension zeigen.</p>
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		<title>Deutschland</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Nov 2011 21:10:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[Achthundert Kilometer in staubiger Augusthitze mit einem viel zu alten Auto aus der Provence gekommen und in Mülhausen den Rhein überquert. Städtenamen sind nicht mehr schmale schwarze Namen mit rotem Rand, sondern gelbe Rechtecke mit Landkreis, Verbandsgemeinde und Ortsteil. Das anarchische Blumenfeuerwerk im ersten Kreisverkehr ist auf dieser Rheinseite ein genormtes Straßenmöbel-Ensemble mit Lieblos-Bepflanzung. Sich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2090&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2011/11/deutsch.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2108" title="deutsch" src="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2011/11/deutsch.jpg" alt="" width="419" height="419" /></a></p>
<p>Achthundert Kilometer in staubiger Augusthitze mit einem viel zu alten Auto aus der Provence gekommen und in Mülhausen den Rhein überquert. Städtenamen sind nicht mehr schmale schwarze Namen mit rotem Rand, sondern gelbe Rechtecke mit Landkreis, Verbandsgemeinde und Ortsteil. Das anarchische Blumenfeuerwerk im ersten Kreisverkehr ist auf dieser Rheinseite ein genormtes Straßenmöbel-Ensemble mit Lieblos-Bepflanzung.</p>
<p>Sich für eine Nacht in einem Schwarzwalddorf entscheiden, nur weil der Name so seltsam klingt und fünf Minuten bevor die Küche des Gasthauses schließt, noch eine Schlachtplatte bestellen. Mit vier Bieren im Bauch ungeduscht in ein plustriges Plumeau fallen. Deutschland als Mutter, die Deinen Freiheitsdrang nicht versteht, aber immer etwas für Dich auf dem Herd hat.</p>
<p>Als Jugendlicher kann ich mit diesem Deutschland nichts anfangen. Deutschland ist ein junges Land, das ich nicht aufgebaut habe, ein altes Land, dessen Sprache mir zu zinntellerig ist und eine nahe düstere Vergangenheit, mit der ich nicht umzugehen weiß, weil mir niemand dabei hilft. Großväter, deren Frontjahre aus Selbstschutz zur Anekdote werden, gepresst vorgetragene Sühnereden im Fernsehen und in heiteren Momenten ein stiernackiger Frohsinn, der mich hilflos macht. Diese Gemütlichkeit ist unübersetzbar und riecht muffig. Hinter jedem Schlagbaum hätte ich dieses Land für ein Butterbrot verleugnet und freue mich über Franzosen, die mich für einen Engländer halten, über Briten, die mir den Holländer abnehmen. Dass Franzosen Sprachmuffel sind und die Engländer sich nur über meinen Akzent amüsieren, verdränge ich gekonnt.</p>
<p>Die Momente des Zurückkommens werden im Laufe der nächsten Jahre häufiger und in der Ferne schrumpft die Exotik des Anderen auf das bloße Sammeln von Details: Den koscheren Chinesen am Rand des Central Parks oder die Klima-Anlage, die nicht nur das Hotelzimmer auf 14 Grad herunterkühlt, sondern auch weit ins Kingsize-Bett hineinragt. Anekdoten ohne Gewehr über der Schulter. Ich fange an, zu verzeihen. Zurück ist nie Heimweh, aber mit dem Überschreiten der Grenze immer Zuhause. Kein Pauken-und-Trompeten-Gefühl, sondern ein pragmatisches Vertrauen in dieses Land und diesen unglaublichen Wiedererkennungswert der Gulaschsuppentöpfe an den ersten Autobahnraststätten auf heimischem Boden.</p>
<p>So selbstverständlich ist unser Umgang mit dem, was unser Land in den 66 Jahren nach dem Krieg geworden ist und das, was wir selbstverständlich finden, erhält in unserer Sattheit zu wenig Wertschätzung. Wir haben ein Gesundheitssystem mit Macken, das uns älter als jede Generation vor uns werden lässt. Uniformen werden von Staatsbürgern getragen und selbst die Polizei ist so korrekt und langweilig, dass es eine Meldung wert ist, wenn die Gummiknüppel ausnahmsweise mal lockerer sitzen.</p>
<p>Heute freut mich jeder Widerspruch, der offen formuliert wird, ich rege mich über Menschen auf, deren Meinung ich nicht teile und wenn die Wut verflogen ist, mag ich es, widersprechen zu dürfen. Meinungsvielfalt ist das höchste Gut und Meinungsverschiedenheit ist noch lange kein Streit, sondern nur der Anfang eines Gesprächs.</p>
<p>Dazu eine Heterogenität von Landschaften und Stadtarchitekturen am Rand der planierten Malls. Diese bunten Welten, die sich in Großstädten hinter dem letzten Matratzen Concord auftun. Mit seltsamen Kiosken und Tankstellen, Mehrfamilienwohnbauten und dem kollektiven Wunsch nach individuellem Wohnen. Das ist das Deutschland, in dem ich zuhause bin. Dort, wo die stadtgeplante Traufhöhen-Regulierung aufhört und aus Frankfurt eine Most-Metropole wird und Wuppertal noch eine Färberstadt ist. Der wilde Westen der Hunsrück-Höhenstraße, die schleswig-holsteinische Rapsblüte und der Nebel über dem Bodensee. Das ist das Land, in dem ich leben möchte. Nicht stolz, ein Deutscher zu sein, sondern stolz, einer von vielen verschiedenen Deutschen zu sein.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2090/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2090/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/peterbreuer.wordpress.com/2090/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/peterbreuer.wordpress.com/2090/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/peterbreuer.wordpress.com/2090/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/peterbreuer.wordpress.com/2090/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/peterbreuer.wordpress.com/2090/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/peterbreuer.wordpress.com/2090/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/peterbreuer.wordpress.com/2090/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/peterbreuer.wordpress.com/2090/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/peterbreuer.wordpress.com/2090/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/peterbreuer.wordpress.com/2090/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/peterbreuer.wordpress.com/2090/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/peterbreuer.wordpress.com/2090/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2090&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Adams Apfel</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Sep 2011 05:52:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor zwei Jahre fanden Paläoanthropologen nördlich von Addis Abeba eine 4,4 Millionen alte Frau. Sie hatte unrasierte Beine, ungewöhnlich lange Zehen und einen lieben Mann, der weniger aggressiv war als diese unkultivierten Affen, die sich ein paar Jahre zuvor noch um Damen wie sie geprügelt hätten. Zwar lebte sie teilweise auf Bäumen, klammerte sich aber [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2063&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2011/09/apple.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2064" title="apple" src="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2011/09/apple.jpg" alt="" width="419" height="632" /></a></p>
<p>Vor zwei Jahre fanden Paläoanthropologen nördlich von Addis Abeba eine 4,4 Millionen alte Frau. Sie hatte unrasierte Beine, ungewöhnlich lange Zehen und einen lieben Mann, der weniger aggressiv war als diese unkultivierten Affen, die sich ein paar Jahre zuvor noch um Damen wie sie geprügelt hätten.</p>
<p>Zwar lebte sie teilweise auf Bäumen, klammerte sich aber nicht an den Zweigen fest, sondern spazierte grazil auf Ihnen herum und verfiel auch auf festem Boden nicht in einen äffischen Knöchelgang. Friedemann Schrenk, der am Frankfurter Forschungsinstitut Senckenberg als Professor für Paläobiologie arbeitet, stellte 2009 in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung fest, dass der aufrechte Gang des Menschen nicht in baumlosen Steppen entstand. Immer seien es die lichten Buschlandzonen am Rand von Regenwäldern gewesen, wo der Affe zum Menschen wurde.*</p>
<p>Offenbar ist die Entscheidung zum aufrechten Gang also nicht die metaphorische Haltungsfrage, die Moralisten so gerne darin sehen. Es scheint lediglich ein pragmatischer Evolutionschritt zu sein. Warum sollte man sich mit krummem Rücken nach einem faulen Äpfelchen im Gras bücken, wenn man ebensogut mit gestrecktem Oberkörper nach der knackigen Frischware am Baum greifen kann?</p>
<p><em>*SZ, 2. Oktober 2009<br />
</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/peterbreuer.wordpress.com/2063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/peterbreuer.wordpress.com/2063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/peterbreuer.wordpress.com/2063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/peterbreuer.wordpress.com/2063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/peterbreuer.wordpress.com/2063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/peterbreuer.wordpress.com/2063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/peterbreuer.wordpress.com/2063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/peterbreuer.wordpress.com/2063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/peterbreuer.wordpress.com/2063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/peterbreuer.wordpress.com/2063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/peterbreuer.wordpress.com/2063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/peterbreuer.wordpress.com/2063/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2063&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Convenience</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 07:07:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Modernes Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ich habe ein unschlagbar einfaches Verfahren entwickelt, um die Welt zu retten. Es sind fünf oder sechs Schritte, die jeder Mensch einfach umsetzen kann. Das Prinzip ist nicht besonders teuer, sondern beruht auf einfachen Verhaltensänderungen und einem maßvollen Verzicht.“ „Fünf oder sechs Schritte? Zu kompliziert. Da sehe ich keine Marktchance. Gibt es keine Convenience-Lösung?“<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2051&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<p>„Ich habe ein unschlagbar einfaches Verfahren entwickelt, um die Welt zu retten. Es sind fünf oder sechs Schritte, die jeder Mensch einfach umsetzen kann. Das Prinzip ist nicht besonders teuer, sondern beruht auf einfachen Verhaltensänderungen und einem maßvollen Verzicht.“</p>
<p>„Fünf oder sechs Schritte? Zu kompliziert. Da sehe ich keine Marktchance. Gibt es keine Convenience-Lösung?“</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2051/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2051/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/peterbreuer.wordpress.com/2051/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/peterbreuer.wordpress.com/2051/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/peterbreuer.wordpress.com/2051/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/peterbreuer.wordpress.com/2051/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/peterbreuer.wordpress.com/2051/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/peterbreuer.wordpress.com/2051/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/peterbreuer.wordpress.com/2051/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/peterbreuer.wordpress.com/2051/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/peterbreuer.wordpress.com/2051/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/peterbreuer.wordpress.com/2051/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/peterbreuer.wordpress.com/2051/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/peterbreuer.wordpress.com/2051/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2051&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>QWERTZ</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Sep 2011 20:26:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit zunehmender Elektrifizierung mutiert die Hand, die uns Menschen zum unmittelbaren Fühlen und Begreifen gegeben wurde, zur bloßen Schnittstelle: Mit ihr werden Gehirn und Augen über Tastatur und Maus an den Rechner angeschlossen. Das sensorische Erlebnis der Finger reduziert sich dabei auf die erhabenen Kunststoff-Markierungen auf „F“ und „J“, die die korrekte Position auf der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2043&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2011/09/qwertz.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2044" title="qwertz" src="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2011/09/qwertz.jpg" alt="" width="419" height="559" /></a></p>
<p>Mit zunehmender Elektrifizierung mutiert die Hand, die uns Menschen zum unmittelbaren Fühlen und Begreifen gegeben wurde, zur bloßen Schnittstelle: Mit ihr werden Gehirn und Augen über Tastatur und Maus an den Rechner angeschlossen. Das sensorische Erlebnis der Finger reduziert sich dabei auf die erhabenen Kunststoff-Markierungen auf „F“ und „J“, die die korrekte Position auf der QWERTZ-Tastatur anzeigen.</p>
<p>Schreiben ist schließlich nur der mühselige Versuch, all die Reize, die sich durch Gesten, Geräusche, Gespräche, Gerüche, durch Sehen und manchmal auch Verstehen zu einem sehr komplizierten Gefühl aus vielen tausend Komponenten geformt haben, mit den 54 Knochen der beiden Hände und einem Haufen Plastiktasten in eine Form zu bringen. Was sich auch nach langer Übung anfühlt, als versuche man, das Schloss Neuschwanstein mit einem Sandförmchen nachzubilden. Man möchte jedem Satz hinzufügen: „Ich möchte nur, dass Du mich verstehst. Frag bitte nach, sollte es ein Missverständnis geben. Möglicherweise habe ich schlecht formuliert.“ Und eigentlich möchte man die Tastatur aus dem Fenster schmeißen und sich einfach wortlos in den Arm nehmen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2043/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2043/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/peterbreuer.wordpress.com/2043/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/peterbreuer.wordpress.com/2043/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/peterbreuer.wordpress.com/2043/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/peterbreuer.wordpress.com/2043/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/peterbreuer.wordpress.com/2043/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/peterbreuer.wordpress.com/2043/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/peterbreuer.wordpress.com/2043/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/peterbreuer.wordpress.com/2043/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/peterbreuer.wordpress.com/2043/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/peterbreuer.wordpress.com/2043/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/peterbreuer.wordpress.com/2043/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/peterbreuer.wordpress.com/2043/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2043&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Heimat</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Sep 2011 21:14:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[Erntedankfest 1987<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2038&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2011/09/heimat.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2039" title="heimat" src="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2011/09/heimat.jpg" alt="" width="419" height="280" /></a></p>
<p><em>Erntedankfest 1987</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2038/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2038/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/peterbreuer.wordpress.com/2038/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/peterbreuer.wordpress.com/2038/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/peterbreuer.wordpress.com/2038/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/peterbreuer.wordpress.com/2038/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/peterbreuer.wordpress.com/2038/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/peterbreuer.wordpress.com/2038/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/peterbreuer.wordpress.com/2038/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/peterbreuer.wordpress.com/2038/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/peterbreuer.wordpress.com/2038/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/peterbreuer.wordpress.com/2038/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/peterbreuer.wordpress.com/2038/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/peterbreuer.wordpress.com/2038/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2038&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Visionen</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Sep 2011 08:59:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[Die wirtschaftliche Situation hatte sich überraschend gewendet. Offenbar beruhten alle Schuldenszenarien der Vergangenheit auf einem bislang unentdeckten Rechenfehler, böswillig verursacht durch einen schlecht gelaunten Buchhalter der Notenbank. Ein goldenes Zeitalter war ausgebrochen, die Armut besiegt, die Renten sicher, das Wort Arbeitslosigkeit ein nostalgischer Begriff aus einer anderen Epoche. Dennoch lag eine unbestimmte Unzufriedenheit über dem [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2032&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2011/09/wuensche.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2033" title="wuensche" src="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2011/09/wuensche.jpg" alt="" width="419" height="629" /></a></p>
<p>Die wirtschaftliche Situation hatte sich überraschend gewendet. Offenbar beruhten alle Schuldenszenarien der Vergangenheit auf einem bislang unentdeckten Rechenfehler, böswillig verursacht durch einen schlecht gelaunten Buchhalter der Notenbank. Ein goldenes Zeitalter war ausgebrochen, die Armut besiegt, die Renten sicher, das Wort Arbeitslosigkeit ein nostalgischer Begriff aus einer anderen Epoche.</p>
<p>Dennoch lag eine unbestimmte Unzufriedenheit über dem Land. Die neugewonnene Sicherheit hatte die Menschen zu quengelnden Kindern werden lassen und die stabile Lage machte sie nicht zufrieden, sondern matt und miesepetrig. „Unsere Bedürfnisse sind gestillt, aber was ist mit unseren Träumen?“, fragten sie in Talkshows und ein käsesattes Publikum applaudierte ihnen.</p>
<p>„Ein Vorschlagswesen, wir brauchen ein Vorschlagswesen“, überlegten Regierungsvertreter und beriefen eine Expertenkommission ein. Weil alles so gut lief und – wie schon gesagt – ein goldenes Zeitalter ausgebrochen war, traute man sich sogar ein wenig mehr. Eine „Wunschumfrage“ sollte die Träume des Volks ermitteln, um ein starkes Gefühl der Zufriedenheit zu schaffen. Überall im Land wurden spezielle Briefkästen aufgestellt, in die einen Monat lang ganz unbürokratisch und mit der Aufforderung, durchaus Maximalforderungen zu stellen, Zettel mit Wünschen wandern sollten.</p>
<p>Weil es eben keine Abstimmung mit einer begrenzten Zahl von Wahlmöglichkeiten war, sondern die Möglichkeit zur freien Formulierung, vermutete man eine langwierige Auswertung der vielen Einsendungen. Überraschenderweise ging es dann sehr schnell, da sich klare Mehrheiten auf nur wenige, oft vertretene Wünsche sammelten.</p>
<p>„Ich wünsche mir einen attraktiven Großkotz“ war ein signifikant häufiger Wunsch vieler weiblicher Teilnehmer. Einsendungen wie „Ein größeres Parkdeck vor dem Einkaufszentrum“ und „H&amp;M sollte mehr Sachen in meiner Größe führen“ kamen mindestens ebenso oft vor. Zunächst herrschte eine gewisse Katerstimmung und die Feuilletons beklagten die Schlichtheit einer Gesellschaft, die in ihrer Saturiertheit nur noch an Stellschrauben ihres Daseins drehen mochte. Rückblickend war man jedoch allgemein erleichtert, dass kaum wirkliche Visionen angesprochen worden waren.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2032/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2032/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/peterbreuer.wordpress.com/2032/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/peterbreuer.wordpress.com/2032/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/peterbreuer.wordpress.com/2032/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/peterbreuer.wordpress.com/2032/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/peterbreuer.wordpress.com/2032/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/peterbreuer.wordpress.com/2032/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/peterbreuer.wordpress.com/2032/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/peterbreuer.wordpress.com/2032/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/peterbreuer.wordpress.com/2032/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/peterbreuer.wordpress.com/2032/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/peterbreuer.wordpress.com/2032/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/peterbreuer.wordpress.com/2032/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2032&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Peter Breuer</media:title>
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			<media:title type="html">wuensche</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Lifestream im Mainstream</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 18:14:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[Bis gestern rangierten Konferenzen, auf denen Mark Zuckerberg spricht, auf der Skala meiner Aufmerksamkeit im Niemandsland zwischen der Hausmesse eines dänischen Matratzenlagers und einer Bocksbeutelverkostung in Franken. Ein Zehntel der Weltbevölkerung nennt einen Facebook-Account sein eigen, mehr Bilder und Texte als irgendwo sonst werden in San Francisco gehostet und der Datenschatz, auf dem Zuckerberg sitzt, bestimmt [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2028&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bis gestern rangierten Konferenzen, auf denen Mark Zuckerberg spricht, auf der Skala meiner Aufmerksamkeit im Niemandsland zwischen der Hausmesse eines dänischen Matratzenlagers und einer Bocksbeutelverkostung in Franken. Ein Zehntel der Weltbevölkerung nennt einen Facebook-Account sein eigen, mehr Bilder und Texte als irgendwo sonst werden in San Francisco gehostet und der Datenschatz, auf dem Zuckerberg sitzt, bestimmt zum Großteil den Marktwert des Unternehmens von über 50 Milliarden Dollar.</p>
<p>Staunend habe ich in der Vergangenheit die immer neuen Rekorde hingenommen und mich gewundert: Die Programmierung der Seite ist seit jeher so buggy wie eine Betaversion, das Layout so hässlich, als wäre es von schwach begabten Berufsschülern zusammengezimmert worden. Was Menschen meines Alters treibt, mit Bildern ihrer Privatwohnung und Urlaubsfotos in Bermudashorts ihre Freunde zu belästigen, war mir auch nie eingängig. Ich habe auf meiner Pinwand ein wenig herumgemeint, manchmal was verlinkt und mein Privatleben privat sein lassen. Das hat nichts damit zu tun, dass ich nicht authentisch sein möchte. Aber wen – so dachte ich bisher – interessiert schon, was ich mir morgens aufs Brot schmiere?</p>
<p>Natürlich weiß ich, dass Facebook meinen Brotbelag, würde ich einen Markennamen nennen, nicht uninteressant findet. Aber man möchte sich ab sofort nicht mehr darauf beschränken, einen Halbsatz von mir, in dem das Wort „Grill“ vorkommt, von Data Profilern auswerten zu lassen und mir prompt eine Werbung für eine Grill-Lokomotive unterschieben. Gestern hat Mark Zuckerberg angekündigt, dass er in Zukunft alles von seinen Nutzern wissen möchte und unser aller „Lebensarchiv“ werden will. Netter Versuch, Mark – es war schön mit uns. Niemand muss seine Tage „kuratieren“ (wie er es nannte). Ein Leben hat man, um es zu leben.</p>
<p>Das, worum es Facebook mit der Open Graph-Technologie, die möglichst viele digitale Lebensäußerungen sammelt, in Wirklichkeit geht, ist etwas, wogegen sich jeder freiheitsliebende Mensch wehren sollte. Wir sollen nicht gläserne Konsumenten werden, denn das sind wir schon längst – wir sollen zu einer Herde werden, deren Leithammel gründlich gechipt sind.</p>
<p>Es wird Facebook nicht mehr reichen, die Zielgruppenansprache zu perfektionieren und sich der Industrie als bestinformierter Partner anzudienen. Mit jeder externen Anwendung, die über Open Graph die neue Timeline füttert – das menschliche Mitteilungsbedürfnis wird erfahrungsgemäß Datenschutz- und Schamgrenzen spielend überwinden – wird unser Horizont ein wenig schmaler. Weil Facebook eine Monokultur fördern wird: Seine Algorithmen dienen vordergründig dazu, ein Nutzerverhalten zu dokumentieren. Irgendwann wird Facebook mit seiner Wirtschaftskraft und der medialen Omnipotenz seiner Plattform auch  Inhalte kanalisieren und Vielfalt verkümmern lassen.</p>
<p>Das Bedürfnis, sich in seiner Peer Group nicht nur mitzuteilen, sondern auch bestimmte Vorlieben als gruppenbildendes Element zu teilen, ist der natürliche Feind von randständigen, besonderen und schwer vermarktbaren Kulturgütern. Wer sich auf dieses 24-Stunden-EKG seines Lebenswandels einlässt, wird mit einer Welt der Blockbuster und Megaseller leben müssen. Die lustigen YouTube-Links sind nur das Schmiermittel.</p>
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		<title>Duisburg Rheinhausen</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 12:38:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[Du beklagst Dich, nur Regen zu sehen. Jammerst, dass die Sonne nur in Deinem Rücken scheint. Und verpasst den Regenbogen, der genau in dieser Konstellation am besten zu sehen ist.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2025&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<p>Du beklagst Dich, nur Regen zu sehen. Jammerst, dass die Sonne nur in Deinem Rücken scheint. Und verpasst den Regenbogen, der genau in dieser Konstellation am besten zu sehen ist.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2025/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2025/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/peterbreuer.wordpress.com/2025/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/peterbreuer.wordpress.com/2025/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/peterbreuer.wordpress.com/2025/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/peterbreuer.wordpress.com/2025/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/peterbreuer.wordpress.com/2025/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/peterbreuer.wordpress.com/2025/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/peterbreuer.wordpress.com/2025/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/peterbreuer.wordpress.com/2025/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/peterbreuer.wordpress.com/2025/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/peterbreuer.wordpress.com/2025/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/peterbreuer.wordpress.com/2025/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/peterbreuer.wordpress.com/2025/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.wordpress.com&amp;blog=9932213&amp;post=2025&amp;subd=peterbreuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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